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Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Pflegekinderhilfe - Seite 2
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Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Pflegekinderhilfe
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Besuchs-/Umgangskontakte

Durch die Corona-Pandemie ist das Recht eines Kindes auf Kontakt mit seinen Eltern nicht automatisch ausgesetzt. Welche Möglichkeiten des Kontaktes sind ohne persönliche Begegnung möglich?
Es gibt unterschiedliche Online Medien, die Videogespräche anbieten. Nennen kann man da unter anderem Skype und WhatsApp. Wertvolle Links zu weiteren Plattformen für Videotelefonie befinden sich am Ende dieses Textes.

Sollte ein persönlicher Kontakt doch notwendig sein, empfiehlt es sich, insbesondere für Treffen von kleinen Kindern (aus Pflegefamilien) mit Ihren Eltern, Einrichtungen der Jugendhilfe oder Elternarbeit zu nutzen, die jetzt überwiegend geschlossen sind oder nur im Notprogramm arbeiten. Dazu sollte im Gespräch mit dem/r zuständigen Mitarbeiter*in des Jugendamtes durch das Jugendamt für eine Lösung bei einer entsprechenden Einrichtung in Wohnortnähe der Pflegefamilie angefragt werden und mögliche Termine vorbereitet werden.

In den Kommentaren und der Rechtsprechung zum Thema Umgang im Rahmen des BGB wird stets davon ausgegangen, dass der Umgang ersuchende Elternteil die Aufwendungen des Umgangs trägt. Oder anders ausgedrückt, die Umgang ersuchenden Eltern von kleinen Kindern, die in Pflegefamilien oder auch in Einrichtungen leben, können in Zeiten der Corona-Pandemie nicht ohne Weiteres erwarten, dass Pflegeeltern oder Erzieher*innen mit dem Kind durch die Stadt/Gegend fahren, um einen Umgang zu ermöglichen.

In den Handlungsempfehlungen des Landesjugendamtes Mecklenburg-Vorpommern werden Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung aufgefordert, Besuche und Besuchszeiten einzuschränken. Personensorgeberechtigte und auch die Mitarbeiter*innen der ASD haben sich mit den Einrichtungen vorher telefonisch abzustimmen.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen, die ohne Begleitung ihre Eltern besuchen, sind andere Regelungen zu entwickeln.
Jugendhilfeentscheidungen sind immer Einzelfallentscheidungen.

Hilfeplanung

Die Hilfeplanung ist die Aufgabe des öffentlichen Trägers der Jugendhilfe. In der Vorbereitung der Hilfeplanung sind entsprechend § 36 SGB VIII auch die Erziehungsberechtigten sowie die Kinder und Jugendlichen entsprechend zu beteiligen. Es ist nicht gesetzlich festgelegt, dass dies in Face-to-Face Kontakten erfolgen muss. Demzufolge hat die öffentliche Jugendhilfe die Möglichkeit entsprechend der jeweiligen Situation auch auf andere Art und Weise die Vorstellungen und Wünsche der Beteiligten zu erheben und in die Hilfeplanung einfließen zu lassen.

Auch hier kommen außer klassischen Möglichkeiten wie Telefonieren oder Mailen auch Videokonferenzen in Betracht. Es kann trotzdem nicht immer ausgeschlossen sein, dass auch ein Face-to-Face Kontakt mit dem Kind und seinen unmittelbaren Bezugspersonen notwendig ist. Diese sollten dann entsprechend der aktuellen Hygienevorschriften stattfinden.

Kontakte mit dem Vormund/der Vormundin

Schon jetzt benutzen Vormünder*innen Alternativen zu persönlichen Kontakten. In der aktuellen Situation empfiehlt es sich, dieses auszubauen und nur bei besonderem Bedarf ein Treffen zu vereinbaren. Die Liste von Plattformen, über die Videotelefonie möglich ist (siehe unten), kann hier eine gute Orientierung sein. Insbesondere dort, wo WhatsApp als Kommunikationsmittel nicht gestattet ist. Die allgemeine Empfehlung der Bundesregierung „so wenig wie möglich unmittelbare soziale Kontakte“, gilt auch für Vormünder*innen. Sie sind alle Menschen mit eigenen familiären und sozialen Umwelten und sollten zum Schutz ihrer und der Gesundheit ihrer Umgebung handeln.

Pflegeeltern helfen Pflegeeltern

Durch die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten sind die Kinder jetzt (mindestens) 5 Wochen zu Hause. Das wird für viele Pflegeeltern, vor allem mit Kindern mit ungewöhnlichen Verhaltensweisen, eine enorme Herausforderung. Vor allem da auch Spielplätze, Schwimmhallen und andere Freizeitmöglichkeiten außer Haus geschlossen sind. Hier ist mit Überforderungssituationen zu rechnen.

Soziale Kontakte sollen eingeschränkt werden. Hier sind vor allem die örtlichen Jugendämter gefragt, gemeinsam mit den Ortsgruppen der Pflegeeltern Modelle zu entwickeln, wie eine überschaubare Anzahl von Kontakten mit Entlastung für Pflegeeltern verbunden werden kann. Die PFAD Ortsgruppen kennen meist Pflegeeltern, die selbst keine Pflegekinder mehr im Haus haben und über freie zeitliche Ressourcen verfügen. Bei diesen könnte angefragt werden, ob sie jeweils für eine andere Pflegefamilie als Entlastung zur Verfügung stehen und stundenweise deren Pflegekinder übernehmen.

Mit einer konkreten Zuordnung ehemaliger Pflegefamilien zu aktiven Pflegefamilien sind auch weiterhin die Kontakte begrenzt. Das wäre eine Möglichkeit. Sicher sind noch andere möglich. Wir bauen auf die Kompetenz der Jugendämter und die Solidarität aktiver und ehemaliger Pflegefamilien.

Links zu Möglichkeiten der Videotelefonie

https://www.heise.de/download/product/Signal
https://www.heise.de/download/product/tox
https://www.heise.de/download/product/teams
https://www.heise.de/download/product/google-hangouts-91481
https://www.heise.de/download/product/bravis-galaxee-4free-44942
https://www.heise.de/download/product/Google-duo
https://www.turn-on.de/tech/topliste/die-12-besten-apps-und-programme-fuer-videotelefonie-5307
https://www.giga.de/extra/apps/specials/die-besten-videotelefonie-apps-fuer-android-ios/

 



 
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